1. Salzburger Arnogasseninnenhoflauf 2020

Tja was soll ich sagen, das war irgendwie verrückt, aber auch total cool 🙂

Wegen Covid-19 wurden so ziemlich alle Laufveranstaltungen bis voraussichtlich Ende Mai abgesagt. Darunter auch der 6 Stunden Benefizlauf in Lassee. Deshalb organisierten Rainer Predl und Birgit Gossar einen virtuellen Benefizlauf auf Facebook. Rainer, seines Zeichens Extremsportler und der verrückteste Kerl, den ich kenne, wollte 70 km um seinen Küchentisch laufen und so den Weltrekord aus China nach Österreich holen. Spoileralarm, der Verrückte hats geschafft! Seht euch den Bericht an 🙂

Wir anderen suchten uns jeder etwas Ähnliches. Bei mir wurde es der Innenhof, eine ca. 40 Meter Runde über Kopfsteinpflaster mit etlichen Stolperfallen. Aber was tut man nicht alles für den guten Zweck 😉 Auch die Familie Steurer war mit von der Partie und drehten ihre Runden im Garten. Die beiden spenden ihre Kilometer nicht nur für den Sterntalerhof, nein auch das Mobile Kinderhospiz Papageno bekommt etwas, vielen lieben Dank Uschi und Marius 🙂

Pünktlich um 08:00 startete ich, wie soll es anders sein, bei Kackwetter meine Runden. Um die Belastung etwas gleichmäßiger zu verteilen, wechselte ich alle halbe Stunde die Richtung. Zusätzlich musste ich noch alle 10 Runden stehen bleiben um meine Stricherlliste zu führen, denn auf das GPS der Uhr war natürlich kein Verlass. Mike meinte, er würde mich alle Stunde besuchen und nachrechen, aber so lange blieb ich nicht alleine. Regelmäßig ging ein Fenster auf und die Nachbarn erkundigten sich nach meinem Befinden und ob ich etwas brauchen würde. Nach einer Stunde kam Chris mit seinem Frühstückskaffee runter und unterhielt mich ein wenig. Danach wechselten sich alle mal ab bis schlussendlich Carmen bei mir hängen blieb. Sie meinte das wär lustiger als oben vor der Glotze zu versauern und so hatte ich jetzt bis zum Schluss jemand bei mir.

In der Zwischenzeit machte sich Nachbar Richi frisch ans Werk und bastelte an meinem Siegerlöffel, endlich die Gelegenheit sein neues Werkzeug auszuprobieren. Dazwischen kramte Norbert in seiner Garage herum und Andre fuhr ein paar mal mit der Schubkarre über den Hof. Einmal hätte ich mich auch fast verlaufen und wär innen um den Tisch anstatt außen herum gerannt. Ihr seht also, erschwerte Bedingungen für meinen Lauf 😉
Die Zeit verging dabei wie im Flug und plötzlich musste ich mich sputen um noch über die 40 km zu kommen. Da hab ich vorher einfach zu viel gebummelt und das kreiseln auf so einem kleinen Kurs auch mächtig unterschätzt, da bekommt man einfach nicht so ein Tempo hin wie auf den großen Runden. Schlussendlich lief ich um Punkt 14 Uhr die 1.025ste Runde, genau 30 zu wenig für den Marathon, aber hey, lauf mal 41 km in einem Innenhof. Sollte ich jemals ins Gefängnis kommen, weis ich jetzt zumindest wie mein Sportprogramm aussieht 😉

Wie gewünscht haben sich auch alle im Hof versammelt und mir bei meiner letzten Runde zugejubelt. Schön wenn alle so brav folgen 😉 Der Siegerlöffel duftete herrlich und hängt mittlerweile stolz bei meinen anderen Medaillen. Sogar eine Urkunde von meiner Laufchallenge Gruppe auf Facebook hab ich bekommen.
Platz 1 gesamt und Platz 1 in meiner Altersklasse, das hab ich noch nie geschafft 😉

Am Tag danach entstand mit brennenden Füßen, das Kopfsteinpflaster machte sich noch immer bemerkbar, die nächste bekloppte Idee. Sollte es also mit den Absagen bis Ende Juni so weiter gehen, wird der Mozart Ultra auf einer 4 km Strecke ersatzgelaufen :p