Wien Rundumadum – Halbe G’schicht

Ihr lest es schon in der Überschrift, aus dem ganzen Rundumadum ist leider nichts geworden. Nachdem ich aus China mit einer leichten Magenverstimmung und der klassischen Klimaanlagenerkältung zurück gekommen bin, habe ich mich unter der Woche schon umentschieden und mich auf die halbe Gschicht umgemeldet. Im Nachhinhein betrachtet war das die richtige Entscheidung, denn auch der Trainingsrückstand hätte mich spätestens bei der Hälfte ausgeknockt.

Nun aber zum erfreulichen Teil, dem erfolgreichen Finish des Wien Rundumadum die Halbe G’schicht, 61 km rund um Wien, yeah 🙂

Wir sind Freitag schon angereist um uns abends mit Freunden zu treffen und ein bisschen in Wien zu bummeln. Den Steffl besuchen, lecker essen gehen und schniek im 1. Bezirk einen Cocktail schlürfen. Der perfekte Einstieg für dieses Wochenende.

Samstag hatten wir dann genug Zeit, denn Start war erst um 11:30, also gaaanz gemütlich frühstücken, alles zusammen suchen und rüber fahren zum Startnummern und Tracker holen. Alles easy cheesy 🙂

Dann noch kurze Läuferbesprechung und danach wurden wir endlich auf die Strecke entlassen. Gleich beim Start hab ich mich mit Markus und Tamara zusammen getan. Markus kannte ich bisher nur von Facebook, so war es recht nett ihn nun auch in echt kennen zu lernen. Er sollte uns den halben Weg begleiten, denn er war in einer 2er Staffel unterwegs. Tamara kannte ich bisher noch nicht, aber das sollte sich noch ändern, denn wir hatten noch jede Menge Spaß zusammen, aber dazu später mehr.
Die ersten Kilometer ging es recht langweilig gerade aus die Donau entlang. Immer mit Gegenwind, der uns teilweise ganz schön um die Ohren gepfiffen ist.

Danach wurde es besser, da durften wir die Lobau kennen lernen. Hier hätte ich ursprünglich Fahrradbegleitung gehabt, aber das war ja dieses mal nicht notwendig. Hier hat sich dann auch gleich heraus gestellt, dass die Beschilderung für unsere Augen zu klein und zu wenig war. Hätten wir hier schon keine Begleitung mehr gehabt, wären wir vermutlich schon in der Lobau auf Umwegen unterwegs gewesen 😉 Aber es ist wirklich ein schönes Plätzchen und wird auch rege von Sportlern und Spaziergängern genutzt. Nach der Lobau bei Km 20 gab es dann auch den ersten Boxenstop bei Uschi 🙂 Ein paar Fotos, Knabbereien und Getränke später ging es weiter. Uschis selbst gemachtes Vinschgerl im Gepäck, denn für Suppe und Co war es mir doch noch zu früh. Das Vinschgerl sollte mir aber später noch das Leben retten.

Danach ging es relativ langweilig auf Straßen weiter. Die Richtung wurde mir von den gefühlt tausend Kränen der Seestadt Aspern vorgegeben, wo bereits der nächste Besuch auf mich wartete. Durch das Live Tracking konnten Katharina und Stefan relativ punktgenau auf mich warten. Für eine Umarmung und ein kurzes Schwätzchen ist immer Zeit 🙂

Bei Km 28 verabschieden wir Markus, der hier von Andi abgelöst wird, der allerdings nach dem gemeinsamen Foto auf und davon ist. Bis Km 31 bleibe ich noch bei Tamara um dann bis zur nächsten Labe bei Km 36 alleine zu laufen. Das sollte aber nicht lange so bleiben. Kurz vor der Labe bummel ich noch ein wenig um den Sonnenuntergang zu genießen. Bei der Labe ziehe ich mich um, denn ohne Sonne wird es spürbar kälter. Außerdem montiere ich gleich meine rote Rückleuchte und ersetze das grüne durch das warme Fleecstirnband mit Stirnlampe. Derweil ich auch hier ein wenig trödle überholt mich Tamara. Nach der Labe geht es kurz noch durch Gerasdorf und dann wieder eine ewige Gerade den Marchfeldkanal entlang. Hier bin ich meist alleine und sehe nur hinter mir kleine Lichter und manchmal werde ich auch überholt.

Irgendwann in der Dunkelheit überholte mich ein Pärchen. Nachdem weit und breit keiner mehr in der Nähe war, hab ich versucht dran zu bleiben, um mich nicht zu verlaufen, aber Mensch waren die schnell. Als ich mich schon damit abgefunden hatte, alleine weiter zu gehen, taucht hinter mir plötzlich wieder Tamara auf. Sie hat wohl irgendwo vorher eine falsche Abzweigung genommen und ist wieder hinter mir gelandet. Sie hatte den gleichen Plan und wollte an den beiden dran bleiben, aber so waren wir wieder beruhigt und haben dann beschlossen, endgültig zusammen zu bleiben. Vier Augen sehen mehr Schildchen und Bänder als zwei…dachten wir 😉 Bis zum berüchtigten Bisamberg hinauf ging es auch noch gut, aber hinunter sind wir wohl mal falsch abgebogen. Gerade als wir wieder auf Schildersuche waren klingelt Tamaras Telefon. Das Headquater war dran um uns mitzueilen, wo wir weiter gehen sollen um wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Zwei Telefonate und ein Blick auf die Onlinekarte vom Livetracking später waren wir wieder richtig. Am Friedhof vorbei rechts 😉 Als Entschädigung hatten wir durch unseren Verlaufer einen genialen Blick auf die beleuchtete Stadt Wien, dafür hatten wir aber Labe Nummer 3 verpasst.

Aber selbst ist die Frau. Als wir bei einem Gasthaus vorbei gegangen sind, sind wir kurzerhand in die Gaststube um uns dort ein Bier to go zu kaufen. Für 2,50 ein echtes Schnäppchen und jetzt kam auch Uschis Vinschgerl zum Einsatz, denn hier war ich echt schon hungrig. Prost 🙂

Der weitere Weg zurück war dann immer noch abenteuerlich. Doch als wir endlich wieder an der Donau angelangt waren, wähnten wir uns schon sicher und dem Ziel nahe. Aber denkste, wir haben doch glatt die Abzweigung für die 130 km genommen und sind neben der Autobahn auf eine Brücke gegangen. Dort klingelte auch gleich wieder das Telefon. Dieses mal meines, denn Mike, Christian und Andreas hatten unsere Tracker auf der Leinwand im Ziel im Auge und lotsten uns wieder zurück. Und dann wurde es noch mal richtig stressig, denn wir wollten unbedingt unter 10 Stunden bleiben um die silberne Medaille zu bekommen. Wir verhaspelten uns dann auch noch durch den Park, nicht mal die Telefonanweisungen von Mike konnten mehr helfen, denn der Tracker war mit der Position hinten nach. Also folgten wir den Anweisungen des Google Routenplaners, dessen Stimme regelmäßig aus Tamaras Telefon erklang. Und tatsächlich, endlich eine Straße und Parkplätze, die ich erkannte, also nichts wie los und endlich durchs Ziel. Geschafft. 9:58 und ein paar Sekunden, knapp unter 10 Stunden und somit Silber für uns. Was für ein Abenteuer 😀 Übrigens 63 km auf der Uhr, also haben wir nur 2 Extrakilometer gemacht 😉

Danke Tamara für die tolle Begleitung, es war echt ein Spaß und ich bin froh, dass ich mich umgemeldet habe und wir das Ding zusammen rocken konnten. Auf der 130er Strecke hätte ich ganz schön alt ausgesehen und wäre vermutlich einsam und verlassen irgendwo rund um Wien erfroren :p
Die Frage „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen?“ können wir jetzt endlich auch mit einem fetten Ja beantworten 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.