DNF – Mein erstes Mal

Das war es also, mein erstes did not finish. Zum ersten Mal seit ich bei Läufen mit mache, dass ich aufgegeben habe. Am Anfang wusste ich nicht mal wofür die Buchstaben stehen. DNF – did not finish, jetzt weis ich es. Und soll ich euch was sagen, es ist gar nicht so schlimm! Aber erst mal der Reihe nach:

Freitag Nachmittag Familientreffen beim Mozart 100 race briefing. Die Gruppe wächst, mittlerweile brauchen wir zwei Tische und eine Rundumkamera von Marius damit wir alle aufs Bild passen. Die Steurers, Steinbrechers, Niederbergers, Schreiners, Adi, Richi, Vreni, Wolfi und viele mehr! Alle top motiviert und super gut drauf. Die Stimmung war wie immer mega 🙂

Samstag morgen dann erneutes Treffen kurz vorm Start des Mozart Ultra um 07 Uhr. Für Christian, Andreas, Marius und mich ging es auf die Ultra Strecke. Mike und Jörg ließen sich per Shuttle nach St. Gilgen zum Start des Mozart Marathon bringen und Uschi fuhr per Shuttle nach Fuschl zum Start des Mozart Scenic.

Pünktlich wie immer hetzte die Meute los und es ging mit einem Affenzahn durch die Stadt. Gleich auf den ersten Kilometern habe ich den Anschluss an die Jungs verloren und dachte nicht, dass ich die bis zum Ziel noch mal sehen werde. Ich hab dann auch das Tempo gedrosselt, damit ich mich nicht schon zu Beginn zu viel auspowere aber in der Glasenbachklamm habe ich dann doch Christian und Andreas wieder getroffen und nach der ersten Labe in Hinterwinkl hinter mir gelassen. Zu dem Zeitpunkt war ich ein paar Minuten schneller als im Vorjahr und fühlte mich sehr gut. Dann war es bis Hof relativ ruhig, nur der Blitz am Boden des Fotografen beim Plötz Wasserfall hat mich wachgerüttelt, auf den wäre ich nämlich fast drauf gesprungen :p

Ungefähr ab hier, wenn ich mich richtig erinnere, habe ich dann Andreas Pöll kennen gelernt, der letztes Jahr schon meinen Bericht vom Mozart 100 gelesen hat und trotzdem sind wir beide darauf rein gefallen, als uns die erste Dame mit roter Startnummer entgegen gekommen ist. Das konnten zu dem Zeitpunkt ja unmöglich die Läufer des Mozart 100 sein. So ist das also, wenn man auf der anderen Seite steht und sich fragt was da los ist haha. Gemeinsam liefen wir weiter bis zum ersten Ausblick auf den Fuschlsee. Dahinter schwarze Wolken und wir hatten schon Sorge, dass es bald zu gewittern anfängt, aber das hat noch eine ganze Weile gedauert. Erst ist es einmal so richtig heiß geworden. Kurz bevor es zum Fuschlsee runter geht habe ich Adi getroffen, der die 100 gestrichen hat und in Fuschl umgekehrt ist. Er hat für ein kleines Mozart100-Wunder gesorgt. Gestartet mit Hexenschuss, den Ultra gefinisht und am Ende fast keine Schmerzen mehr. Bewegung heilt, oder so ähnlich 😉

Im Ziel wieder getroffen 🙂

Ein Stück weiter habe ich dann Daniel getroffen, nach kurzem überlegen sind wir drauf gekommen, dass wir letztes Jahr beim Dirndltal Extrem Mini gemeinsam durchs Ziel gelaufen sind. Die Ultratrailwelt ist doch kleiner als gedacht und während wir uns unterhielten tauchte vor uns plötzlich Marius auf, nur wenige Kilometer vor der nächsten Labe. Leider gehend und mit Schmerzen im Fuß. Nach einer dicken Umarmung hat er versucht noch ein Stück zu laufen, aber leider ging nichts mehr. So schade, ich wäre gerne ein Stück zusammen gelaufen.

Andreas und ich sind dann zusammen in Fuschl eingetrudelt wo schon Rainer auf uns gewartet hat. Der hatte sich nämlich zum Dienst an der Labe gemeldet und uns Läufer versorgt. Dort blieb ich dann auch ein paar Minuten zum ausruhen, trinken und nachtanken. Leider gab es auch hier nur das neue Iso, welches mit Molkeeiweiß gemischt ist und somit für mich nicht trinkbar war. Also habe ich Cola und Red Bull mit Wasser gemischt, damit es mich nicht gleich von den Socken haut. Melone mit Salz und ein paar Stück Müsliriegel später machte ich mich wieder auf den Weg.

Und dann war es auch schon wieder vorbei. Die Hitze machte mir ordentlich zu schaffen und jeder noch so geringe Anstieg wurde zur Tortour. Rund um den Fuschlsee zog es sich eine gefühlte Ewigkeit bis es dann nach dem Golfplatz steil nach oben ging. Zwar nur kurz, aber das hat gereicht um mich runter zu ziehen. Andreas war so lieb und hat mich immer wieder angetrieben, was auch für eine Weile funktioniert hat. Wieder zurück in Hof habe ich mich dann mal unter der Dusche abgekühlt. Das war zu dem Zeitpunkt schon bitter notwendig.

Ab hier war dann die Luft raus. Es wollte kein Essen mehr rein, getrunken habe ich auch zu wenig. Bei der kleinsten Steigung oder in der Sonne war mir speiübel. Total fertig und kaputt. Andreas hat sich rührend um mich gekümmert und mir die Kappe im Bach nass gemacht und mich weiter angetrieben, aber nach dem Watzmannblick wo es noch mal durch den Wald bergauf geht bevor man ins Koppler Moor kommt hatte ich meinen Tiefpunkt. Tränen kullerten, die Luft blieb mir weg und ich hatte eine kleine Panikattacke und war total überfordert, bereit sofort und auf der Stelle aufzugeben als es plötzlich links von mir im Gebüsch raschelte und mir ein Frosch über den Weg hüpfte. Das hat mich wieder aufgeheitert und ich bin weiter gewandert.

Heulboje voraus :p

Als ich durch das Koppler Moor gewandert bin seh ich plötzlich Uschi, die leider auch mit Schmerzen kämpfte und nur noch bis zur Labe wollte. Ein Stückchen weiter kam dann eine kurze Erlösung in Form einer Gartendusche und eines Kanisters voller kaltem Wasser. Ich glaube dieser Hausbesitzer hat nicht nur mir den Tag versüßt, sondern vielen anderen auch. In den nächsten Tagen werde ich vorbei spazieren und eine Packung Merci hin bringen, die Dusche war genial 🙂

Leider war die Erfrischung nur von kurzer Dauer und zurück auf der Strecke hab ich mich wieder weiter geplagt. Aber zum Glück jetzt nicht mehr allein. Geteiltes Leid ist halbes Leid und so schleppten wir uns mühsam weiter bis zur nächsten Labe. Kurz davor hat uns der Donner und der einsetzende Regen ein eindeutiges Signal gegeben. Mädls, Schluss für heute. Gesagt getan. Wir haben uns brav bei der Labe abgemeldet und erst mal Pause gemacht. Und während wir uns gemütlich auf die Bank gelümmelt haben, hat Christian zu uns aufgeschlossen. Er war noch als einziger von uns Ultras im Rennen. Marius, Andreas, Uschi und ich waren raus. Jörg und Mike schon im Ziel des Marathons, Vreni und Wolfi noch auf der Marathonstrecke und Richi kämpfte sich auf der 100er Strecke ab. Ich wollte nicht in seiner Haut stecken. Gewitter, Hagel und Regen machten die Strecke nicht gerade einfacher.

Wir ließen Christian ziehen und begannen unsere Rückfahrt zu planen. Das Shuttle würde noch ein paar Stunden brauchen also ließen wir uns zu viert zur Bushaltestelle bringen und machten uns via Postbus auf den Weg zurück nach Salzburg zur Finishline. Dort warteten dann alle anderen auf uns und wir haben trotzdem mit Burger und Bier gefeiert und auf Christian, Wolfi und Vreni gewartet, die alle freudestrahlend über die Ziellinie gelaufen sind 🙂

Jetzt war nur noch Richi auf der Strecke um den ich mir ein wenig Sorgen gemacht habe, da keine Nachrichten mehr zurück kamen. Ich dachte vermutlich ist der Akku leer. Kurz vor Mitternacht war er zurück in Salzburg, laut seinem Telefonbericht vom Sonntag war es wohl einer seiner härtesten Läufe. Aber Hut ab, dass du trotzdem durchgezogen hast! Hier noch ein paar Eindrücke von seinem Lauf:

Trotz der Anstrengung war es wieder ein genialer Tag mit lieben Freunden, Abenteuer, Freud und Leid, alles eng beieinander. Aber zusammen war alles nur noch halb so schlimm. Die nächsten gemeinsamen Läufe sind schon geplant. Rainer und Christian überlegen nächstes Jahr die Königsdisziplin zu wagen, ich schätze Adi wird es auch wieder veruschen. Andreas und ich starten noch mal beim Ultra, Mike und Jörg vielleicht auch, Familie Steurer ist sowieso wieder am Start und ich hoffe viele viele andere auch 🙂

Zum Abschluss bleibt nur noch zu sagen: Danke liebes Mozart 100 Team rund um die wundervolle Claudia Kolussi, dass ihr uns jedes Jahr so ein mega Spektakel liefert und uns ermöglicht, Teil davon zu sein. Durch euch habe ich so viele nette Menschen kennen gelernt die mittlerweile zu Freunden wurden und wie zuvor erwähnt, unsere Gruppe wächst weiter 🙂 Wir freuen uns schon auf den 20.06.2020 wenn es wieder heißt, laufen, schwitzen, lachen, weinen und am besten alles zusammen!

credit @mozart100

Und für alle, die wie ich ein DNF ausgefasst haben, Kopf hoch, beim nächsten mal klappts bestimmt. Take it easy 🙂

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