Alkoholfei bitte…

In letzter Zeit war es etwas ruhiger hier am Blog, fleißige Follower haben aber sicher alles auf Facebook und Instagram mitbekommen. Heute wende ich mich mit einem ernsteren Thema an euch. Anlass ist mein zweiter Jahrestag.

Auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass ich meinen letzten Schluck Alkohol getrunken habe und was soll ich sagen, ich bereue es nicht, diesen Schritt gegangen zu sein. Die meisten fanden das okey bis gut, aber manchmal traf ich auch auf Unverständnis, auch jetzt noch. Ich muss sagen, dass es mich schon manchmal erschreckt, wie sehr Alkohol zu unserem Alltag gehört. Das Feierabendbier, Stammtischtrinken, Partywochenende, bei jeder Familienfeier, Grillerei usw. Es gibt eigentlich keine Anlässe ohne Alkohol. Dabei steht die Alkoholsucht an dritter Stelle als Ursache für vorzeitiges Sterben nach Tabakkonsum und Bluthochdruck. Sie ist zudem die häufigste Todesursache bei jungen Männern in der EU. 7,4 % der gesundheitlichen Störungen und vorzeitigen Todesfälle in Europa werden auf Alkohol zurückgeführt. Das ist schon erschreckend.

Ich selber stand mit einem Fuß schon auf der Schwelle zur Alkoholsucht und konnte nur mit Glück einen anderen Weg einschlagen. Zu der Zeit damals war es keine Seltenheit, dass ich zuhause alleine getrunken habe. Ausgehen war manchmal nicht mehr möglich, weil ich einfach weinend unter der Dusche zusammen gebrochen bin. Warum ich euch das erzähle? Weil es wichtig ist. Weil es wichtig ist zu verstehen, dass Alkohol euch nicht weiter bringt. Eure Probleme sind nach dem Rausch immer noch da. Davor kann man nicht davon laufen. Man muss sich dem Leben und all seinen Herausforderungen stellen.

Wenn ihr nicht so viel Glück habt und alleine aus dem Loch kriechen könnt, holt euch professionelle Hilfe. Es gibt Menschen, die für euch da sind, die euch unterstützen und wissen, was zu tun ist. Mittlerweile habe ich begriffen, dass ich ein Suchtmensch bin und werde mich hüten wieder in diese Stolperfallen mit Namen Alkohol und Zigaretten zu tappen. Vielleicht ist Sport jetzt meine Ersatzdroge. Mag sein, aber damit schade ich zumindest niemandem. Ich bin fitter denn je, und das mit fast 40, und mir geht es gut dabei.

Vielleicht kann ich ja den ein oder anderen, der grad in der Klemme sitzt erreichen, genau dir sage ich: Du bist nicht allein. Wir alle straucheln von Zeit zu Zeit und suchen den leichten Ausweg. Aber der leichte Ausweg ist nur eine Illusion und bringt am Ende nichts anderes als Schmerz und Trauer.

Wenn du glaubst, du kommst alleine nicht mehr weiter, dann lass dir helfen. Rede mit deiner Familie, ruf eine Hotline an, frag deine Freunde, mach es öffentlich und vielleicht hilft dir sogar ein Fremder. Du schaffst das! 🙂

Danke für eure Aufmerksamkeit, nachfolgend noch ein paar Webseiten und Telefonnummern:

http://www.anonyme-alkoholiker.at/ Zentrale Kontaktstelle Tel: 01 / 799 55 99 E-Mail: info(at)anonyme-alkoholiker.at

http://www.suchthilfe-salzburg.at/kontakt/suchtberatung/drogenberatung/ StadtSalzburg                                                                                                                Saint Julien Straße 9a 5020 Salzburg MO 09:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 17:00 Uhr DI   13:00 – 17:00 Uhr MI  13:00 – 15:00 Uhr DO 09:00 – 12:00 Uhr und  13:00 – 17:00 Uhr FR  09:00 bis 12:00 Uhr T: +43 (0) 662 87 96 82 F: +43 (0) 662 87 96 82 23 drogenberatung@suchthilfe-salzburg.at

Notrufnummer 142

  • Mit der Notrufnummer 142 erreichen Sie uns in ganz Österreich – 24 Stunden am Tag, auch an Sonn- und Feiertagen.
  • Die Notrufnummer 142 ist – ohne Vorwahl – im jeweiligen Bundesland gebührenfrei erreichbar, vom Festnetz und von Handys.
  • Die Telefonseelsorge garantiert Verschwiegenheit.