Mein erster Marathon :)

Das war er jetzt also, mein erster Marathon. Ganz ohne Trubel, ohne zig tausend anderer Teilnehmer, Ziellinie und ohne Finisher Medaille. Drauf gepfiffen Leute, denn das Gefühl so eine Distanz das erste Mal gelaufen zu sein ist unbezahlbar! Ich schätze auf den letzten Metern kam das Gefühl wohl einem Läuferhoch nahe, auch wenn ich da auf jeden Fall alle Knochen, Sehnen und Muskeln im Leib gespürt habe, aber ein leicht dümmliches Grinsen umspielte die letzen Kilometer meinen Mund.

Strecke Mozart100 Marathon leicht abgewandelt, da ich von zuhause aus gestartet bin, mich zwei mal verlaufen habe und unbedingt bei der Tanke fertig sein wollte und daher vorher noch zwei Straßenschlaufen gedreht habe und mir so den letzten ultimativen Härtetest über den Kapuzinerberg gespart habe.

42,2 Kilometer, 1508 uphill, 1492 downhill

Start war Sonntag Morgen um 6:16 in der Linzergasse, die an diesem Morgen besonders schön geleuchtet hat, vielleicht schon ein Zeichen für den nahenden Erfolg? Weiter entlang der Salzach, dieses mal ohne übrig gebliebenes Partyvolk, bis zur Glasenbachklamm und der ersten Labstation in Hinterwinkel. Danach kurz an der Straße runter um dann links in eine Forststraße einzubiegen, die sich langsam aber stetig zur Pechauer Scharte hochwindet. Danach wieder runter und weiter Richtung Ebenau. Dort geht es links an einem Hof vorbei in den Wald, für uns aber noch nicht hoch zum Watzmannblick, sondern weiter Richtung Plötz.

Ein herrlicher Morgen 🙂

Glasenbachklamm

Nach dem leichten Anstieg kommt das Langarmshirt in den Rucksack :p

Richtung Ebenau

Die Plötzschleife, mein Lieblingsweg fürs falsch abbiegen und verlaufen. Ich war jetzt schon drei mal hier und jedes Mal erwisch ich die falsche Abzweigung *grml*. Nächstes Mal kommt der Track auf die Uhr, vielleicht navigiere ich mit der besser, als mit dem Telefon :p Nun gut, also dieses mal wollte ich euch den Wasserfall nicht vorenthalten, eigentlich kommt man da nicht direkt vorbei, aber für euch hab ich die paar extra Meter auf mich genommen 😉 Danach weiter durch den Wald, an ein paar Höfen vorbei, der Hofhund kennt mich immer noch nicht, ein Stück die Straße entlang runter zur viel befahrenen Wiestalstraße und direkt rein in den Wald. Letztes Jahr hieß dieses Stück noch „The Climb“, also kann man sich ungefähr vorstellen, wie es da hoch geht. Über den Gitzenberg und dann noch einmal ein Stück Straße bis zum Wendepunkt beim Fußballplatz.

Wunderschönes Fleckchen 🙂

Wendepunkt und Labe

Ab jetzt wird es bis zur Abzweigung Plötz und Watzmannblick langweilig. Nein Scherz, ich bin auch auf dem Rückweg einmal falsch abgebogen haha. Also retour wieder den Gitzenberg hoch, „The Climb“ dieses Mal runter und weiter zum Hofhund, der aber mittlerweile nicht mehr da ist. Die Plötzschleife wird auf dem Rückweg ausgelassen und so geht es etwas schneller weiter zur Abzweigung Watzmannblick. Im Zick Zack hoch nur um festzustellen, kein Watzmannblick, der versteckt sich in den Wolken. Also weiter im Zick Zack wieder runter, auch hier wieder die falsche Variante gewählt und unten nach kurzer Neuorientierung gleich weiter durch das Koppler Moor.

Kilometer 32, man sieht schon den Nockstein

Rechts unten war die letzte große Labe, dieses mal wartet dort keiner auf mich. Kilomter 33

Blick zum Nockstein, da muss ich jetzt noch hoch.

Und jetzt die letzte Anstrengung. Aus Laufen ist schon längst ein schlurfender Zombiejog geworden, bergan wird sowieso nur noch gewandert. Aber jeder Piepser, den die Uhr von sich gibt lässt mich innerlich jubeln. Die letzten Kilometer muss ich mich freuen, denn würde ich das nicht tun und nur wegen der noch verbleibenden Distanz lamentiren, wäre es ja doppelt anstrengend. Also löst jedes Kilometerpiepsen ein Hochgefühl aus. Ich zähle meinen Countdown runter und kann es kaum fassen, dass ich schon so weit bin. Aber erst einmal geht es hoch zum Nockstein, ich komme mir dabei vor wie Thomas die Lokomotive, ich pfeife aus dem letzten Loch :p Der Weg hoch wird durch ein kleines Engelsuchspiel versüßt, aber hätten die beiden vor mir nicht hingezeigt und darüber geredet, wäre ich mit gesenktem Kopf und schnaufend wie ein Walross daran vorbei gegangen. Die Mühe wird aber wie immer mit einem phantastischen Ausblick belohnt. Unser Salzburg ist schon ein wunderschönes Plätzchen. Es geht am Glücksplatz vorbei mit einem weiteren tollen Ausblick runter in die Nocksteinklamm.

Ganz hoch muss ich zum Glück nicht 😉

Immer wieder toll ❤

Und jetzt wird es noch mal kniffelig. Der Weg runter in die Klamm gestaltet sich schwierig, es ist noch etwas rutschig und nass von den Regentagen davor, also steige ich langsam und vorsichtig ab. Und ganz gemein, danach muss man noch einmal hoch, es ist zum Haare raufen. Aber auch das wird gemeistert und ab der Gersbergalm geht es ein letztes Mal leicht nach oben zum Kühberg und dann hammerharte gefühlte Millionen Stufen nach unten. Vorbei an der Radauerkurve bis nach Gnigl. Dort bin ich bei etwas über 39 Kilometer und beginne meine Extraschlaufe Kühbergstraße-Schloßstraße. Weiter bis zum ZIB und noch eine Extrarunde drumherum um nach der letzten Stufe in Richtung Glückseligkeit genau bei 42,20 Kilometern zu stoppen 🙂 Geschafft! Dümmlich grinsend stapfe ich in die Tankstelle und hole mir einen eiskalten Almdudler und ein Salzstangerl, was für ein Genuss 😀

Meine kleinen roten Helferlein, grade wenn ich dachte ich bin schon wieder falsch, leuchten sie mir den Weg 🙂

Die allerletzte Gemeinheit, 3 Stockwerke nach oben, ohne Lift :p

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s