Was bisher geschah…

Seit über einem Jahr laufe ich. Zugegeben nicht das ganze Jahr durch, noch nicht einmal das Halbe. Anfangs halb nach Plan, halb irgendwie, dann wieder gar nicht weil Regen, Eis, Urlaub, ihr wisst schon. Trotz dem wenigen Training habe ich Wettkampfluft geschnuppert, am 1. Mai etwa beim 10 Kilometer Rennen im Zuge des Salzburg Marathon. Nichtsahnend an den Start gestellt, ganz hinten, man will ja niemandem im Weg sein. Meine Männer auf und davon, ich irgendwo hinten nach. Bei Kilometer 6 oder 7 dann Sichtkontakt zu einem von ihnen, der mehr humpelt als läuft. Oje denke ich, nicht gut. Ein anderer schon recht abgekämpft, den nehm ich mit bis zum Ziel, wo er mich kurz davor einfach noch mal abhängt, aber macht nichts, ich bin froh, dass ich das jetzt auch geschafft habe. Medaille umgehängt und ab zum Feiern. Das waren dann auch meine ersten zehn Kilometer am Stück.

Danach kam eine Email mit einer Vergünstigung für die Teilnahme am Mozart100. 100, in Worten einhundert Kilometer von Salzburg bis Fuschl am See und zurück, zwei mal. Unmöglich, aber als Team im 55 Kilometer Wettbewerb durchaus machbar. Gesagt getan. Zu viert haben wir das ganz gut gemeistert und durften dank mir als einziges Mädchen im Staffelbewerb sogar auf die große Bühne uns die Goldene abholen. Was war das für ein Tag, einfach fantastisch, die Teilnehmer, die Mitarbeiter, die Organisatoren, alles einfach wunderbar, aufregend und auch Ehrfurcht gebietend. Läufer ganze 100 Kilometer am Stück laufen zu sehen, einfach irre.

Im August ging es dann bei 34 Grad im Schatten nach Bad Reichenhall zum Rupertusthermenlauf, als hätte ich es schon geahnt, habe ich mich nur für die 10 Kilometer angemeldet, meine Jungs gingen für den Halbmarathon an den Start. Gott war das anstrengend, das lange Warten, die Hitze, Läufer, die zusammen gebrochen am Wegesrand liegen und die Feuerwehrdusche, die mir den Atem geraubt hat von heiß auf urplötzlich kalter Guss. Eine Zeit jenseits von Gut und Böse, Hauptsache durch. Und doch, danach ein Stolz, eine Glückseligkeit, eine Freude. Mensch du hast das jetzt durchgezogen, geiles Gefühl. Ein Bild sagt mehr als tausend Wort, sooo anstrengend war es nämlich.

Danach ging es im Training, wenn man es denn so nennen möchte, immer noch auf und ab. Als Jahresabschluss liefen wir noch beim Silvesterlauf in Seekirchen mit. Irgendwann dazwischen habe ich mich für den Halbmarathon am 1. Mai 2017 angemeldet, für den inneren Schweinehund, damit ein Ziel da ist, auf das ich hin arbeiten kann.

Und jetzt, tja, jetzt ist 2017 und eine neue Idee ist geboren, bei der ich zwei Sachen, die ich gerne mache, vereinen kann. Zum einen sammel ich seit einigen Jahren für verschiedene Vereine und Bedürftige Geld, seit letztem Jahr veranstalte ich dafür auch ein Benefizkonzert bei dem sämtlicher Erlös in die Jahresaktion mit einfließt. Das mache ich wirklich gerne, weil ich einfach anderen helfen will, die es nicht so gut haben wie ich. Und zum anderen sportle ich gerne.

Die Faszination Ultratrail hat mich so gepackt, dass ich dank vieler Bücher, aber speziell dem von Norman Bücher mit dem Titel „Abenteuer Motivation“ auf folgende Idee kam.

„Kauf die 100“, gut, eigentlich sind es 102, aber das wäre jetzt i-Tüpfelchen reiten. Ich verkaufe einfach meine Kilometer, die Anzahl der verkauften ergibt meine Renndistanz beim Mozart100, aber wie ich meine Freunde kenne, werden wohl alle verkauft, denn die wollen mich leiden sehen. Da braucht man keine Feinde mehr, oder?

Und da sind wir nun, „Kauf die 100“ befindet sich in der Planungsphase, 2018 werde ich starten für was auch immer mir die Käufer einbrocken.

Drei Sachen sind mir schon geglückt.

#1: Ich habe einen Mitläufer, der mir in den Allerwertesten tritt, wenn es denn sein muss und das wird es. Danke Richard für deine sofortige Zusage!

#2: Ich habe einen Trainingsplan. Auch danke Richard!

#3: Und ich habe ein Ziel. Nämlich Kohle machen für mein Projekt.

Ach ja, das ist Richard:

Das war der Rückblick, weiter geht’s mit dem Rennjahr 2017 🙂

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